Kontakte zum Westen
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| Die folgenden 300 Jahre des
Choson-Reiches und der Joseon-Dynastie waren geprägt durch Invasionen
der vordrängenden Nachbarn und ersten Kontakten zur westlichen-
europäischen Zivilisation.
Bereits Ende des 16. Jahrhunderts litt Korea unter den ständigen Überfällen von japanischen Piraten, die vielfach von ihren Daimyos unterstützt wurden. Dies endete erst als HIDEYOSHI 1590 das in viele Feudalgebiete zersplitterte Japan einte. Zu einem vorprogrammierten Konflikt zwischen Korea und Japan kam es 1592, als Hideyoshi durch Korea marschieren wollte um China zu erobern. Da aber Korea in engen Beziehungen zu China stand konnten sie Hideyoshis Forderungen nicht erfüllen. Am 23. Mai 1592 fiel daher die Japanische Armee mit 150.000 Mann plündernd und mordend in das wenig vorbereitete Korea ein. Die Invasionstruppen, ausgerüstet mit Luntenschloßgewehren, drangen innerhalb kürzester Zeit bis Seoul vor. Der koreanische König musste fliehen, und rief seine chinesischen Bündnispartner zur Unterstützung.
Bei den folgenden Rückeroberungsschlachten
gerieten die Japaner immer mehr ins Hintertreffen. Außerdem wurde
ihr Nachschub von See durch den koreanischen Admiral YI-SUN-SHIN, und seine
�Schildkrötenschiffe� lahmgelegt.
Die japanischen Feldzüge hatten in Korea schwerste Verwüstungen angerichtet, einen Bevölkerungsrückgang bewirkt und den Verlust vieler Kunsthandwerker zufolge, insbesondere Töpfer, die nach Japan verschleppt worden waren und dort diesen Kunstzweig zur Blüte brachten. Es vergingen kaum dreissig Jahre, da war Korea bereits wieder in einen Krieg verwickelt. Diesmal sollte es seinem Bündnispartner China gegen die einfallenden Mandschu beistehen. Als 1627 eine mandschurische Armee von 30.000 Mann von Norden in das Land einfiel, bleibt dem koreanischen König nichts anderes übrig, als den Friedensbedingungen der Invasoren zuzustimmen.
1637 nach einem erneuten Feldzug
der Manschu schlitterte Korea endgültig in ein Vasallenverhältnis,
das offiziell bis 1894 bestand, praktisch aber bis zum Ende der Yi-Dynastie
1910 währte.
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| Die Erfahrungen mit den japanischen
Piraten und die vorangegangenen Invasionen der Japaner und Mandschu veranlassten
Korea zu einer strikten Abschließungspolitik, von der nur die jährlichen
Gesandtschaften nach Peking, gelegentliche an den Hof des Japanischen Shogun
und der Handel mit Japan über Pusan eine Ausnahme darstellten. Für
das Volk wurde das Verlassen des Landes mit dem Tode bestraft.
Im 17. Und 18. Jahrhundert erfolgten die ersten Kontakte Koreas mit Europäern. Über China kamen durch den italienischen Missionar Ricci zu Beginn des 17. Jahrhunderts erste Europäische Werke nach Korea. Unter anderem eine Europakarte und theologische Schriften. Die desolaten Zustände des Staates zum Ende des 18. Jahrhunderts bildeten einen idealen Nährboden für die Verbreitung des christlichen Gedankengutes. Bereits 1795 gab es in Korea den ersten christlich ordinierenden Priester chinesischer Abstammung: Chou Wen Mu. Etwa zur gleichen Zeit kam die SIRHAK-BEWEGUNG auf. Die Anhänger dieser Bewegung die übersetzt ungefähr �Bewegung des praktischen Lernens� heißt, setzten sich kritisch mit dem Konfuzianismus auseinander. Sie lehnten die hierachische Ordnung ab. Nach ihrer Ansicht kann der König nicht ohne sein Volk existieren, sehr wohl aber das Volk ohne König. Durch die Aufgeschlossenheit gegenüber westlichen Gedankenguts und westlicher Technik, pflanzte diese Gruppierung erste demokratische Ideen in das Bewußtsein der Bevölkerung. Um 1860 gründete der aus einem verarmten Adelshaus stammende Choe Che U die TONGHAK-SEKTE (�östliches Lernen). Sie wirkte vor allem als Gegenpol zum SOHAK (�westliches Lernen� = katholizismus) das durch die Missionsarbeit von französischen Patres ab 1836 Verbreitung fand. 1866 kam es unter dem regierenden König, einem überzeugten Konfuzianisten zu den ersten Christenverfolgungen, wobei 8.000 koreanische Katholiken und 12 französische Priester ihr Leben verloren. Ab 1860 erschienen immer häufiger europäische Kriegsschiffe an der koreanischen Küste. Durch diese Machtdemonstrationen gelang es den verschiedensten europäischen Mächten, ihre Gesandtschaften in Korea zu etablieren. Von diesen gingen immer wieder Einmischungen in die Außenpolitik Koreas aus.
Durch
den japanisch-chinesichen Krieg, 1895, in dem die Chinesen unterlagen,
gewannen wiederum die Japaner die Oberhoheit über Korea. Zwar wurde
im Vertrag von �Shimonoseki� Korea formal Unabhängigkeit zugesprochen,
doch verließen die japanischen Besatzer nicht das Land. Sie nutzten
ihre Vormachtstellung und bauten die Infrastruktur mit Telegraphen- und
Eisenbahnverbindungen aus. Auch reformierten sie grundlegende koreanische
Gesetze. So wurden z.B. die Kinderehen verboten, Witwen durften wieder
heiraten, Mädchen konnten öffentliche Schulen besuchen, und die
alte Kleiderordnung wurde aufgehoben.
In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts war es zwischen Japan und Russland immer wieder zu Konflikten gekommen, die 1904 zum Ausbruch des Russisch-Japanischen-Krieges führen. Erst durch die Vermittlung des amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelt kommt es am 05. September 1905 zur Unterzeichnung des Friedensvertrages von �PORTSMOUTH�. Darin werden Japan offiziell politische, militärische und ökonomische Interessen in Korea zugestanden, und somit die endgültige Annexion Koreas an das Japanische Kaiserreich eingeleitet. Fortan durfte die koreanische Souveränität in keinem internationalen Vertrag mehr erscheinen. Gesetze wurden geändert, so daß Japaner auch Land in Korea kaufen konnten. 1907 gab es bereits 7.745 japanische Landbesitzer auf der koreanischen Halbinsel.
Korea wurde zur japanischen
Kolonie, deren Status mit dem Ende der Yi-Dynastie 1910 endgültig
besiegelt war.
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