1910-2.Weltkrieg
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| Dem vorher genannten Annexionsvertrag
gingen Geheimverhandlungen zwischen dem japanischen General Masatake und
dem koreanischen Regierungsmitglied Yi-Wan-Young voran. Die Folge des Vertrages
war die Ernennung der japanischen Generäle zu Provinzgouverneuren,
und deren eiserner Herrschaft über Land und Volk. Die öffentliche
Meinungsäußerung wurde unterdrückt, und der Unterricht
in den Schulen wurde auf japanisch erteilt, um eine �Entkoreanisierung�
zu erreichen. Koreanischer Sprachunterricht fand allerdings weiterhin statt.
Im Geschichtsunterricht wurde der Unterricht in koreanischer Geschichte
durch den der japanischen ersetzt. Der Versuch, die Kinder durch die Schulerziehung
zur Loyalität gegenüber Japan zu bringen, steigerte aber eher
den Patriotismus, als daß er diesem Ziel näherzukommen half.
All diese Dinge ließen den Unmut in der unterdrückten Bevölkerung weiter wachsen. Der Freiheitsgedanke erhielt neuen Auftrieb, als die Nachricht der russischen Oktoberrevolution 1917, Korea erreichte. Zum Ende des ersten Weltkrieges 1918 sahen die Koreaner ihre Zeit gekommen, im Klima der allgemeinen Friedensbemühungen auch ihre Selbstbestimmung wieder zu erlangen.
Am 1. März 1919 um 14:00 Uhr versammelten sich 29 von 33 Unterzeichnenden der Unabhängigkeitserklärung in einem Restaurant in Seoul, um etwaigen Ausschreitungen der beteiligten Studentenbewegung vorzubeugen. Die Anwesenden verlasen die Unabhängigkeitserklärung und brachen in MANSE (Hochrufe) für die Unabhängigkeit Koreas aus. Widerstandslos ließen sie sich von der herbeigeeilten Militärpolizei gefangennehmen. Zur gleichen Zeit warteten hunderte Studenten im nahen Pagoden-Park vergebens auf die Initiatoren der Unabhängigkeitsbewegung. Als ein Lehrer, der eine Kopie der Unabhängigkeitserklärung bei sich hatte diese anstelle der Initiatoren verlaß brachen die Anwesenden in TONGNIP-MANSE (Hoch lebe die Unabhängigkeit � Rufe) aus, und marschierten geschlossen durch die Straßen von Seoul.
Doch nicht nur in Seoul, auch
im Nordwesten Koreas waren Demonstrationen organisiert worden. Durch die
Beförderung der Unabhängigkeitserklärung mit der Bahn fanden
in den ersten Tagen die Demonstrationen vor allem entlang dieser Verkehrslinien
statt, breiteten sich aber alsbald in das umliegende Land aus, und erreichten
ihren Höhepunkt Mitte März, als sie 211 von 218 Kreisgebieten
erfaßt hatten. Die Kundgebungen hatten friedlich begonnen, führten
aber dann durch den brutalen Einsatz der Militärpolizei und der Armee
die versuchten die Unabhängigkeitsbewegung zu zerschlagen, zu
Ausschreitungen, bei denen viele Polizeiwachen und Militärpolizeistellen
zerstört wurden. Erst im August 1919 gelang es den Japanern wieder
die Kontrolle in vollem Umfang zurückzuerlangen.
Da es weiterhin keine Möglichkeit gab innerhalb Koreas einen organisierten Widerstand aufzubauen, und etliche koreanische Nationalisten mit der �provisorischen Regierung� unzufrieden waren, gründeten diese 1920 die �Koreanische Kommunistische Partei�. Ab diesem Zeitpunkt machte eine von russischen Kommunisten geschulte Arbeiterbewegung mit Sabotageakten und Streiks von sich reden. Diese Bewegung beherrschte alsbald den koreanischen Untergrund. Bis zum Jahre 1928 kam es zu unzähligen Erhebungen. 1927 kam es zu 94 Streiks an denen 10.523 Arbeiter beteiligt waren; und 54.000 Studenten beteiligten sich an den fünf Monate andauernden Unruhen von 1929. Die Japaner versuchten mittels Verhaftungswellen von KP-Mitgliedern den organisierten Widerstand zu brechen, was ihnen erst Anfang 1930 gelang. Als im September 1931 Japan die chinesische Mandschurei annektierte kam es zu einem gemeinsamen Partisanenkampf von koreanischen Widerstandskämpfern und Chinesen, der den Japanern zu schaffen machte. 1936 setzte die japanische Regierung General MINAMI JIRO als neuen Kollonialherrn über Korea ein. Unter seiner totalitären Kontrolle wurde der Koreanisch-Unterricht in den Schulen endgültig abgeschafft, die Ehrerbietung gegenüber der japanischen Staatsreligion, dem Staatsshinto, allen Koreanern zur Pflicht aufoktruiert, und die Koreaner mußten auch ihre Namen durch japanische ersetzen. All diese Aktionen waren darauf ausgerichtet, die koreanischen Traditionen auszulöschen und das Volk zu assimilieren.
Es ist daher wohl kaum verwunderlich, daß die Koreaner zum Ende des zweiten Weltkrieges, und der Kapitulation Japans auf die Ersehnte Befreiung hofften. |
Eine
zentralisierte, sehr effektive bürokratische Kontrolle ließ
keinen organisierten Widerstand zu. Die von Japan unternommenen Anstrengungen
im wirtschaftlichen Bereich, wie der Ausbau des Straßen- und Eisenbahnnetzes,
Modernisierung des Ackerbaues, und erste Schritte im Aufbau einer Industrialisierung
kamen allerdings zum größten Teil nur der Besatzungsmacht zugute.
Man
beschloß eine landesweite friedliche Demonstration zur Befreiung
von der japanischen Herrschaft zu organisieren. Eine Unabhängigkeitserklärung
wurde vorbereitet, und das Datum für die Demonstration auf den 2.
März 1919, dem Tag des Begräbnisses von Kaiser Kojong festgesetzt
� später aber auf den 1. März 1919 verschoben. Da an diesem Tag
eine ganze Bewegung losbrach wurde sie SAM-IL-UNDONG (Bewegung des 1. März)
genannt.


1937
kam es zum Ausbruch des Krieges Japan gegen China. Dabei wurden die Koreaner
zur Zwangsarbeit verpflichtet. Bis zum Ende des Krieges mußten 2.619.900
Koreaner in Bergwerken, Fabriken und anderen Einrichtungen zwangsweise
dienen. Die Industrialisierung wurde von den Japanern energisch vorangetrieben,
und die koreanischen Bodenschätze massenweise ausgebeutet. Korea diente
den Japanern als Nachschubbasis sowohl für ihre Militärischen-
als auch Zivilen Versorgungsnotwendigkeiten. Vor allem die koreanische
Reisproduktion diente den Japanern ihre Zivilbevölkerung auf den heimatlichen
Inseln zu versorgen.