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Korea in der Gegenwart

 
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VOM ENDE DES 2. WELTKRIEGES BIS ZUR GEGENWART

Auf der Kairoer Konferenz, am 1. Dezember 1943, waren die Staatsoberhäupter der USA, Großbritanniens und Chinas übereingekommen, daß Korea nach dem Krieg unabhängig werden sollte. Amerika meinte jedoch, daß eine �Vier-Mächte-Treuhandschaft� über die Halbinsel angesagt wäre, weil das so stark unterdrückte koreanische Volk vorerst nicht imstande sein würde, eine starke, stabile Regierung zu errichten.

Die Sowjetunion erklärte am 8. August Japan den Krieg und marschierte zwei Tage später im heutigen Nordkorea ein. US-Truppen landeten ein Monat später, am 8. September in Inchon. Beide Armeen rückten in Richtung des 38. Breitengrades vor.

Der 38. Breitengrad war ursprünglich nicht als Teilungslinie gedacht gewesen. Man hatte auf eine gemeinsame Besetzung des Landes gehofft. Die Russen waren aber schon zwei Wochen vor den US-Truppen an dieser Linie angelangt, und so standen sich die beiden Armeen gegenüber, und die Demarkationslinie begann sich als �Grenze� zu etablieren. 
In Nordkorea hatten die Sowjets durch viele im Widerstand gegen die Japaner, kommunistisch geschulte Koreaner eine rege Aktivität entfaltet, und konnten so schneller eine Verbindung zwischen Besatzungsmacht und Bevölkerung aufbauen. 
Die Amerikaner fanden keinen so guten Kontakt zur Bevölkerung, da in ihren Reihen nur wenige Emigranten nach Korea zurückgekehrt waren. 

Am 10. September 1945 wurde die Militärregierung der US-Streitkräfte in Korea eingesetzt.
Während sich in Nordkorea bereits im Februar 1946  ein Provisorischer Volksausschuß bildete, verwickelten sich die südkoreanischen Parteien immer wieder in Flügelkämpfe, so daß es unmöglich erschien, eine regierungsfähige Kraft im Lande zu etablieren. Schlußendlich wurde aber in Südkorea ein �Repräsentativer Demokratischer Rat�, mit SYNGMAN RHEE als Vorsitzenden eingesetzt. Dieser Rat sollte seine Funktionen allmählich an eine funktionierende koreanische Regierung übergeben.

In Nordkorea wurde am 17. Februar 1947 KIM-IL-SONG zum Vorsitzenden des �Zentralen Volksausschusses� gewählt. Er hatte lange Zeit im chinesischen Widerstand gegen Japan gekämpft, und war aufgrund der heftigen japanischen Angriffe gegen diese Einheiten 1941 in die Sowjetunion geflüchtet, wo er eine Ausbildung in der Roten Armee erhielt, der er 1945 als Hauptmann angehörte.
 

Da zwischen den nord- und südkoreanischen �Regierungsbevollmächtigten� keine Einigung erzielt werden konnte, wurde von der UN-Vollversammlung beschlossen, daß freie und geheime Wahlen in ganz Korea stattzufinden hätten, und sich die Besatzungsmächte nach erfolgten Wahlen aus dem Lande zu entfernen hätten.

Am 10. Mai 1948 fanden unter der Aufsicht der UNCURK (United Nations Commission for the Unification and Rehabilitation of Korea) Wahlen statt, an denen Nordkorea nicht teilnahm, bzw. der UN-Kommission die Überwachung der Wahl untersagte.
Somit konnte nur für den Bereich des heutigen Südkoreas ein demokratisches Wahlergebnis erzielt werden. Die neue Verfassung wurde am 17. Juli 1948 verkündet, und am 15. August 1948, dem 3. Jahrestag nach der Befreiung von der japanischen Herrschaft, die REPUBLIK KOREA, (Taehan-Minguk) ausgerufen. Als ihr erster frei gewählter Präsident fungierte der autoritäre SYNGMAN RHEE.

Der Verkündung einer eigenen Regierung in Südkorea folgte eine ebensolche Nordkoreas auf dem Fuße. Am 2. September 1948 rief KIM-IL-SONG als Präsident die KOREANISCHE DEMOKRATISCHE VOLKSREPUBLIK (Choson-Minjujuui-Inmin-Konghwa-Guk) aus.

Die jeweiligen Besatzungstruppen verließen nach und nach die beiden erstarkten Länder. Diese lehnten sich wirtschaftlich jedoch an ihre bisherigen Besatzungsmächte an, wobei der Norden von den Sowjets mit Waffen aller Art versorgt wurde, und auch entsprechende militärische Berater, zum Aufbau einer schlagkräftigen Armee erhielt. 
Amerika versorgte Südkorea nur mit dem militärisch notwendigsten für eine kurzfristige Verteidigung.

Den politischen Auseinandersetzungen der Beiden Korea folgen bald militärische, die zunächst nur als Guerillazüge vom Norden her begannen.  Als der amerikanische Außenminister Dean Acheson, am 12. Jänner 1950 erklärte, daß Korea außerhalb der pazifischen Verteidigungszone der USA liege, sah Nordkorea seine Chance gekommen. Am 25. Juni 1950 rückte die nordkoreanische Armee über den 38. Breitengrad vor. Bereits 4 Tage später, den 29. Juni 1950 fiel Seoul. Die bestens ausgerüstete, und von Rußland unterstützte, nordkoreanische Armee rückte mit tausenden Soldaten und T-34 Panzern bis nach PUSAN vor.

Am 27. Juni 1950, also zwei Tage nach Ausbruch des Koreakrieges konnten sich die USA für ihre Unerstützungsaktionen der Genehmigung der UNO versichern. Und dies auch nur, weil die UDSSR dieser Sitzung fern geblieben war. 

Durch eine kühne Landungsoperation am 15. September 1950, bei Inchon, weit im Rücken der nordkoreanischen Armee, gelang des den US- und UN � Truppen, Seoul am 27. September 1950 zurückzuerobern, und die nordkoreanische Front im Süden zusammenbrechen zu lassen.

Die UN-Verbände drangen zum Ende des Oktober 1950 bis an den chinesich-koreanischen Grenzfluß YALU vor. Dort erhielten die Nordkoreaner Unterstützung von Rot-China. Gemeinsam mit 300.000 Soldaten der �Roten Armee Chinas� warfen sie die UN-Truppen über den 38. Breitengrad bis unter Seoul zurück. Erst am 14. März 1951 konnte Seoul, das insgesamt vier mal die Seite wechselte, von den UN-Verbänden wieder erobert werden. 

Die Front begann sich im Frühjahr 1951 um den 38. Breitengrad zu stabilisieren.
Ab dem 15. Juli 1951 wurden Waffenstillstandsverhandlungen eingeleitet. Zwar fanden im Grenzgebiet noch gelegentlich harte Kämpfe statt, doch das militärische Gleichgewicht blieb bestehen. 

Am 27. Juli 1953 wurde das Abkommen von PAN MUN JOM geschlossen, welches das Ende der Feindseligkeiten bedeutete. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen �Friedensvertrag� sondern um einen dauernden WAFFENSTILLSTANDSPAKT. Genaugenommen befinden sich Nord- und Süd-Korea bis heute noch im Kriegszustand. 

Der Krieg hatte in der drei Jahre währenden Zeit, verheerende Zerstörungen auf der gesamten Halbinsel verursacht, und durch die Schaffung einer vier Kilometer breiten entmilitarisierten Zone eine Unüberwindliche Trennung der beiden Korea besiegelt. Politisch gelang es dem südkoreanischen Präsidenten SYNGMAN RHEE nicht, die wirtschaftlichen Probleme nach dem Krieg in den Griff zu bekommen. Immer häufiger setzte er sich über die Verfassung hinweg, und regierte zunehmend autokratischer.  Vor den Neuwahlen von 1956, veranlaßte er die Nationalversammlung, die Amtszeitbeschränkung des Präsidenten auf zwei Wahlperioden aufzuheben. So schaffte er es ein drittes mal das Präsidentenamt zu erhalten.

Seine Partei, deren Ansehen immer weiter gesunken war, beging bei der nächsten Wahl, im Jahre 1960 Wahlfälschung, die aber so augenscheinlich war, daß sie schwere Unruhen auslöste, die Syngmann Rhee und seine Partei am 27. April 1960 zum Rücktritt zwangen. 

Am 15. August 1960 wurde YUN PO SUN als Präsident vereidigt. Er ernannte CHANG MYON zum Premierminister, unter dessen Regierung ein Kurs demokratischer Freiheit eingeschlagen wurde. Dies führte aber zu einer Aufspaltung der Parteien in unzählige rivalisierende Gruppen, die es nicht schafften, eine politische Ordnung wieder herzustellen.

Im Mai 1961 muße die Zweite Republik der Dritten Republik weichen. Unter ihrem Präsidenten PARK CHUNG HEE, gelang der wirtschaftliche Aufschwung Südkoreas.
Auch er regierte zusehends autokratischer. Unter Abänderung der Verfassung regierte er 18 Jahre, bis er 1979 einem Attentat zum Opfer fiel.

Nach einer kurzen Übergangsregierung von CHOE KYU HA, wurde General CHUN DOO HWAN am 27. August 1980 als neuer Präsident eingesetzt.