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Dr.Reza Z.

 
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Interview mit DR. REZA ZADEHMOHAMMAD

Dr. Reza Zadehmohammad ist Präsident des Steirischen Taekwondo Verbandes, Vizepräsident des ÖTDV und Kampfrichterreferent. Außerdem ist er Träger des 7. Dans und somit der höchstgraduierte Danträger Österreichs. Taekwondo macht er seit 38 Jahren, jedoch hat erauch andere Sportarten wie Jiu Jitsu und Ringen erfolgreich betrieben.

TKDForum: Ich glaube, die Leser wüssten gerne warum Du den langen Weg vom Iran nach Österreich auf Dich genommen hast.
Dr.R.Z.: Ich wollte immer ins Ausland; die Welt sehen und auf einer ausländischen Universität studieren. Schließlich kam ich nach Österreich, wo ich Medizin oder Biologie studieren wollte. Schlussendlich habe ich mich aber dann doch für Volkswirtschaft entschieden.

TKDForum: Thema Kampfrichter. Wie bewertest Du als Kampfrichter die neue 3-Punkte Regel? (Anm: in absehbarer Zeit gilt ein Körpertreffer 1 Punkt, ein Kopftreffer 2 Punkte und ein gesprungener Kopftreffer 3 Punkte)
Dr.R.Z.: Diese Regel hat bereits in der ersten Hälfte der 70er Jahre existiert. In meinen Augen gehen Wettkämpfe automatisch mit einer Leistungssteigerung einher. Dementsprechend wird die Technik mehr beachtet. Schließlich sieht man optisch viel stärker die Kunst. Insofern finde ich diese Regel berechtigt; es wird nur nicht leicht, dass sie die Leute in kurzer Zeit gut können und beherrschen.
TKDForum: Zur Kampfrichterausbildung. Man bekommt den Eindruck als ob viele Kampfrichter die Auffrischung nicht mehr ernst nehmen. Sie kommen später oder gar nicht und verlassen den Kurs überproportional schnell. Ist das in Ordnung, solange der Verband das Geld einkassiert und ist die Ausbildung in dieser Form gerechtfertigt?
Dr.R.Z.: Ich bin nicht dieser Meinung und ich denke, dass die Kampfrichterausbildung in dieser Form gerechtfertigt ist. Eine periodische Auffrischung ist sogar sehr sinnvoll, denn somit kann man untereinander zumindest ein Mal im Jahr über Ereignisse und Erlebtes diskutieren. Dieser Erfahrungsaustausch ist enorm wichtig, vor allem vor großen Turnieren. Außerdem hat die Erfahrung gezeigt, dass Kampfrichter ohne Auffrischung viel vergessen.
TKDForum: Aber wird es in Zukunft Konsequenzen für "Zuspätkommer" geben?
Dr.R.Z.: Grundsätzlich ist jeder Lehrgang in der vorgegebenen Zeit einzuhalten. Am 26.1.2001 müssen alle Referenten beim Bundesausschuss ihre Vorschläge zu Modifikationen einbringen. Bei dieser Gelegenheit wird die Disziplin der Kampfrichter besprochen. Bereits jetzt werden Versäumnisse laut Kampfrichterordnung nicht akzeptiert. In Zukunft könnte man sich auch einen Entzug der Lizenz und einen Ausschluss in Erwägung ziehen.
TKDForum: Wird sich die (geringe,Anm.) Bezahlung der Kampfrichter in absehbarer Zeit ändern?
Dr.R.Z.: Das wurde mit den Verbandsvorständen schon oft besprochen. Natürlich soll der Einsatz vernünftig honoriert werden. Je nach Klassifizierung könnte ich mir pro Tag 1000 Schilling vorstellen, inklusive Essen, Fahrt und Übernachtung. Die Spesenordnung soll insgesamt modifiziert werden.

TKDForum: Wie zufrieden bist Du als Präsident des Steirischen TKD-Verbandes mit den Vereinen?
Dr.R.Z.: Ich bin sehr glücklich mit dem Verband und stolz auf dessen Leistung!
TKDForum: In den letzten Jahren sind sehr viele Vereine entstanden. Überrollt die Quantität die Qualität?
Dr.R.Z.: Im Gegenteil! Durch Quantität wird die Qualität verbessert. Man kann stärkere Kämpfer durch mehr Kandidaten selektieren. Damit kommen wir dem Ziel, dass die Steiermark stärker in der Nationalmannschaft vertreten ist, näher.

TKDForum: Was bringt die Zukunft der Poomse? Kommen die Palgue und die Hyong wieder? Und wie schaut es mit Pflicht und Kür aus?
Dr.R.Z.: Ich finde, dass es nicht so wichtig ist welche Form gelaufen wird. Jede Form kann man lernen. Pflicht und Kür kommen in absehbarer Zeit sicher nicht. Das gute an den Poomse-Bewerben ist, dass für jene Leute, die nicht unbedingt kämpfen wollen, eine alternative Möglichkeit geschaffen wurde. Auch für Kinder und Jugendliche ist das eine gute Alternative zum Kampf. Schliesslich wird damit ein weiteres Gesicht des Taekwondo vorgestellt. Palgue und Hyong sind momentan nicht aktuell. Ich bin nicht gegen diese Formen, aber das jetzige System hat sich in den letzten Jahren so gut etabliert, dass es seine Zeit bräuchte, bis sich die Leute wieder darauf umgestellt hätten.

TKDForum: Zum Abschluss: Wie siehst Du die Zukunft des Taekwondo?
Dr.R.Z.: Taekwondo ist ein schönes System. Jedes System bedarf einer Erneuerung in Organisation und Aktivität. Wir brauchen in unserem Sport Werbung ohne dessen grundsätzlichen Werte zu verlieren. Ich denke, dass wir heutzutage auf Vermarktung nicht verzichten können. Wenn wir Taekwondo als Sport mit seinen vielen Fundamenten und reichhaltiger Philosophie  gut vermarkten dann wird es in Zukunft eine enorme Entwicklung geben. Die erfolgreiche Zukunft hängt auch davon ab, ob sich der Weltverband in eine demokratischere Form metamorphiert (Vertretung aller qualifizierten Leute, nicht nur der Koreaner,Anm.). In Österreich hat es seit dem Bestehen von Taekwondo - immerhin noch keine 30 Jahre - einen enormen Entwicklungssprung gegeben. Es gibt fast 150 Vereine und mehr als 10.000 Taekwondoin. Auch der Erfolg bei den Olympischen Spielen in Sydney sollte nicht vergessen werden. Darauf kann man gut aufbauen.
TKDForum: Danke für das Gespräch

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