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Eduard Marliot

 
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Interview mit EDUARD MARLIOT

Eduard Marliot ist geschäftsführender Präsident des steirischen Taekwondo Verbandes. Geboren ist er am 16.2.1963 in Fürstenfeld, lebt jetzt aber mit seiner Frau Madeleine in Graz, wo er als Justizwachbeamter arbeitet. Dem Taekwondo ist er seit 1977 verfallen; aktiv als Trainer ist er zur Zeit beim Taekwondo Koryo Graz sowie bei der Sektion Justiz tätig.

TKDForum: Zunächst mal danke für dieses Interview. Ich glaube, die Leute würde es interessieren, weshalb Du mit TKD angefangen hast.
EM: Eigentlich wollte ich Tanzen lernen, war dafür aber nicht talentiert genug; dann entschloß ich mich füt TKD
TKDForum: Was hat sich während dieser Zeit am meisten verändert?
EM: Fast nichts. Sogar der Übergang Palgue - Taeguk war damals schon vollzogen.

TKDForum: Thema Internet: Es gibt keine einzige Seite des Steirischen TKD Verbandes im Internet; genauso mies ist auch der Auftritt des ÖTDV. Wie ist diese Arroganz einem Medium der Zukunft gegenüber zu erklären?
EM: Ich kann natürlich nur für den StTKD Verband reden. Wir warten ab, was der ÖTDV zusammenbringt. Aber de facto hat unser Pressereferent Ronny M. bereits vor einiger Zeit den Auftrag erhalten, sich darum zu kümmern. Wir wollen alle wichtigen Termine, Ausschreibungen, Infos und Lehrgänge auf die Homepage stellen. 

TKDForum: TKD fristet in Österreich ein Schattendasein. Was wird gemacht, um TKD für die Leute attraktiver zu gestalten?
EM: Es muss vorausgeschickt werden, dass in Österreich meistens eine Fitnessstudiomentalität vorherrscht; die Tradition gilt hier sehr wenig. Außerdem haben auch die Funktionäre sehr wenig Zeit, diese Sportart adäquat publik zu machen. Man darf nicht vergessen, dass diese Leute in vielen Fällen umsonst arbeiten. Schließlich haben auch die Medien wenig Interesse an dieser Sportart.
TKDForum: Andere Randsportarten wie Freeclimbing oder Paragliding scheinen den Besucherzahlen nach mehr Leute mobilisieren zu können, als TKD-Wettkämpfe, bei denen sogar an guten Tagen gerade mal die Verwandten erwartet werden. Sind diese Sportarten interessanter oder verfügen sie über ein besseres Lobbying?
EM: Nun, diese Sportarten liegen gerade im Trend. Außerdem ist es tatsächlich auch eine Sache des Lobbyings. Für die Medien ist Golf oder Fußball interessant, alles andere wird links liegengelassen. Ein Beispiel: Ein Freeclimber, sogar ein Mitarbeiter des ORF, wollte in der Steiermark eine WM ausrichten. Er hatte alles organisiert, alles war klar; alles was er gebraucht hätte, wäre ein Zusage des ORF für 20 Sendeminuten gewesen. Und er hat sie nicht bekommen. Das ganze Projekt musste abgesagt werden. Auch unser Pressereferent hat an die Zeitungen und ans Fernsehen Unmengen an Infos und Wettkampfergebnissen geschrieben, ohne Resonanz. Irgendwann frustriert dich das.

TKDForum: Es wird überlegt, den Alpen Adria Cup einzustellen, und auch die steirischen Meisterschaften fallen in die ungünstigste Zeit (Allerheilen,Anm.) in den November. Man hat das Gefühl, als wäre der Verband nicht wirklich an Meisterschaften interessiert.
EM: So ein Blödsinn. Die Termine sind abhängig von der Verfügbarkeit der Halle (er zeigt den Kalender, Anm.); es ist ein ewiges Suchen und sehr schwer, den Termin bekanntzugeben. Außerdem muss man an die Leute denken, die regelmässig bei diesen Veranstaltungen mitmachen. In diesem Jahr haben wir übrigens zum ersten mal alle Termine für eine längere Zeit fixiert und ausgeschrieben. Und dann muss man natürlich noch bedenken, dass die Ausrichtung einer Meisterschaft viel kostet. Die Austrian Open haben zum Beispiel 130.000 Schilling verschlungen. Ohne Förderungen stünden wir mit einem dicken Minus da.
TKDForum: Vor einem halben Jahr wurde ein Kader Kyorugi Training ins Leben gerufen. Hat es sich aus sportlicher Sicht gelohnt?
EM: Noch ist es zu früh, von Ergebnissen zu reden.
TKDForum: Es fährt gerade mal ein Teilnehmer in einer leichten Gewichtsklasse nach Sydney. Ist Österreich überhaupt in der Lage, gute Kämpfer auszubilden oder fehlt die Bereitschaft zum Kämpfen?
EM: Der ÖTDV macht viel für den Spitzensport. Man muss das Feld bei 144 Nationen bedenken. Eine Nation von der Größe Deutschlands oder Frankreichs kann man nicht mit Österreich vergleichen. Es gibt hier schon viel gute Kämpfer, aber das Feld ist halt breit und die Länder dürfen nur ein bestimmtes Kontingent nach Sydney schicken. 

TKDForum: Andere Sportarten schaffen es, fast jeden Monat ein Seminar oder eine Fortbildung zu veranstalten. Der Steirische Taekwondo Verband bietet in einem Halbjahr gerade mal ein dreistündiges Seminar (Bruchtestlehrgang mit Johann Luef, Anm.) an. Will niemand hingehen oder ist man nicht interessiert, die Leute auszubilden?
EM: Das Problem ist, dass wenn ein Lehrgang etwas kostet, zuwenig Leute kommen. Es gibt freizeitmässig zu viele Angebote. Wenn einer die Alternative zwischen Rafting und zu bezahlendem TKD-Lehrgang hat, dann wählt er sicher Raften. Wir nutzen aber die Angebote anderer Stilrichtungen, wie Jiu Jitsu; außerdem bietet die LSO viele gute Lehrgänge an. Es ist übrigens geplant, dass ein Bundestrainer zweimal im Jahr für ein Kyorugi Training in die Steiermark kommt.

TKDForum: Bist Du mit der Struktur des Verbandes, wie sie jetzt ist, zufrieden?
EM: Mit den Leuten und der Arbeitsweise bin ich sehr zufrieden.
TKDForum: Wie siehst Du die Zukunft des Taekwondo: als Randsportart oder als Breitensport?
EM: Wenn man bedenkt, wie es sich entwickelt hat, hat sich TKD sehr verbreitet. In meinen Augen ist Olympia als Maßstab wichtig. Danach sehen wir weiter. Wenn alles gut geht, kannst Du Dich nach Olympia vor lauter Kids nicht mehr retten (lächelt, Anm.)
TKDForum: Danke Eddie für das Gespräch
 

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