Der
Bruchtest
(=Kyokpa) ist die am meisten bekannte Disziplin; und das, obwohl sie zu
den am wenigsten praktizierten Disziplinen des Taekwondo überhaupt
zählt. Dennoch ist das Zerbrechen von Brettern, Ziegeln oder gar Kieselsteinen
eine sehr wichtige Übung, da mit dem Zerbrechen des Gegenstandes die
Konzentration und vor allem die Technik überprüft werden kann.
Schafft der Schüler oder Meister den Bruchtest nicht, dann ist er
in seiner Technik noch nicht weit genug fortgeschritten, und er muss mit
schmerzhaften Verletzungen ausgleichen, was ihm andere an Technik und Fleiss
voraus haben.
Ein Bruchtest wird ab dem 6.
Schülergrad (blauer Gurt) verlangt. Dabei
wird mit sogenannten "einfachen" Bruchtests begonnen. Diese zeichnen sich
dadurch aus, dass die Technik gerade mal 40 Prozent einnimmt, der Bruchtest
ist also mit etwas Glück auch durch Kraft zu schaffen. Meistens wird
ein Vorwärtstritt (=Ap-Chagi), ein Seitwärtstritt (=Yop Chagi)
oder ein Fauststoß (=Momtong Jirugi) verlangt. Über den technisch
schwierigen Halbkreistritt
(=Dollyo Chagi) tastet man sich schließlich an schwere Bruchtest,
die ein hohes Maß an Konzentration und Technik verlangen. Die Palette
reicht hier über gedrehte Tritte, freigehaltene Bretter, in die Luft
geworfene Bretter oder gesprungene Tritte.
Die
Stärke
der Bretter ist verschieden und variiert im
Können und Geschlecht. Kinder müssen in der Regel ein 1 cm dickes
Fichtenbrett durchschlagen, bei Frauen sind es 2 cm und Männer schließlich
haben ein 3 cm dickes Brett zu bewältigen. Nach oben hin gibt es keine
Grenzen, doch gibt es Grenzen für Dummheit. So wird von einem Großmeister
berichtet, der beim Versuch, 15 Ziegelsteine auf einmal mit dem Kopf zu
zerschlagen, gestorben sein soll.
Ein Taekwondoin sollte jedenfalls
nie vergessen, dass nur die Kraft des Geistes und des Willens derartige
Leistungen ermöglichen. |