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Poomse

 
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Mit Poomse bezeichnet man einen Kampf gegen mehrere virtuelle Gegner, eine Bewegungsform. Diese Formen sind bereits vorgegeben und sind mitunter das Schwierigste, was ein Taekwondoin zu meistern hat; denn hier muss einfach alles stimmen: Konzentration, Einheit von Geist und Körper, Technik, Ausdruck und vor allem Selbstvertrauen. Um den Charakter des Taekwondo zu unterstreichen, beginnt in der Regel jede Form mit einer Verteidigung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der "Schrei" (=Kihap), der zur Atmungskontrolle und der Mobilisation der inneren Kraft und Konzentration (=Ki) dient. 

Die Poomse entstanden natürlich nicht von heute auf morgen, sondern haben einen fast 2000jährigen Entwicklungsprozess hinter sich. Heute werden drei Stilrichtungen gelehrt: die Hyongs, die Palgue und die Taeguk.

Am Ältesten sind ohne Zweifel die Hyongs. Sie sind fester Bestandteil des ITF-Taekwondo, während die WTF diese Bewegungsformen langsam aussterben läßt. Es gibt 24 Hyongs. Die Zahl 24 gilt als Symbol für die Stunden eines Tages. Später wurde die 16. Hyong durch eine Kompliziertere ersetzt, so dass es heute eigentlich - entgegen der Philosophie - 25 Hyongs gibt. Die Bewegungen dieser Formen sind sehr komplex und unheimlich schön anzusehen. Um Meister zu werden, muss man die ersten neun Hyongs können. Für jede weitere Meisterstufe werden drei zusätzliche verlangt.

Die Palgue entwickelten sich aus den Hyongs heraus und sind diesen teilweise sehr ähnlich. Es gibt acht Palgue und acht Meisterformen (die mit denen der Taeguk ident sind). Um Meister zu werden, muss man alle acht Palgue und eine Meisterform beherrschen. Für jede weitere Meisterstufe wird eine Meisterform zusätzlich verlangt.

Die Taeguk wiederum entwickelten sich aus den Palgue und spiegeln in ihrer Schlichtheit am ehesten das moderne Taekwondo wider. Die WTF lehrt heute ausschließlich diese Formen, von denen es ebenfalls acht gibt. Für den Meisterstatus gilt hier dasselbe wie bei den Palgue, wobei die Meisterformen mit denen der Palgue ident sind. (Beispiel für eine Taeguk)

Jede einzelne Form symbolisiert eine Philosophie. So steht - zum Beispiel - die vierte Taeguk für den Donner. Donner und Blitz flößen dem Menschen Furcht ein. Donner bedeutet gleichzeitig aber auch Kraft und Macht. Daher drücken die Bewegungen dieser Poomse Ruhe und Mut gegenüber Gefahr aus; die Bewegungen sind kraftvoll und zielstrebig.

Eine Poomse darf man dementsprechend nicht herunterleiern, sondern man muss sie interpretieren; jeder Taekwondoin läuft eine Bewegung im Rahmen seines Ausdrucks und seiner Gefühle anders. Durch eigene Erlebnisse, Gefühle, Erfahrung und noch vielem mehr werden die Bewegungsformen erst lebendig und somit einzigartig.


 
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