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Skriptum bis Grün

 

TaeKwonDo.......und andere komische Wörter

Zugegeben, in dieser Sportart hört sich so manches komisch an, aber klingen nicht auch Wörter wie Mathematikschularbeit, Lernwochenende oder Oberstudienrat irgendwie, nun ja, �erheiternd�? Einige Begriffe, die den Weg zum 9. Kup erleichtern, sind nachstehend aufgeführt und werden auch während des Trainings ungefähr eine Million mal wiederholt, so daß diese Seite eine tolle Ergänzung zum Training darstellt.

1.Allgemeines

Sobald man den Trainingsraum(Dojang)betritt, soll man sich verbeugen. Damit zeigt man, daß man Respekt vor dem Raum hat und die Regeln, die in diesem Raum herrschen, akzeptiert. Sobald der Trainer zur Aufstellung ruft, stellen sich die Schüler, je nach Graduierung, auf. Am weitesten vorne stehen dabei die Fortgeschrittenen, hinter ihnen niedriger graduierte Schüler und Kinder, welche gerade erst anfangen. Das hat den Sinn, daß der Anfänger vom Fortgeschrittenen abschauen und lernen kann. Der Fortgeschrittene wiederum muß sich bewußt sein, daß er ein Vorbild auch für die anderen darstellt. Eine ideale Aufstellung zeigt folgende Skizze:
 
 

9.Kup (gelb)
10.Kup (gelb)
10.Kup (gelb)
weiß/kein Gurt
weiß/kein Gurt
8.Kup (grün)
9.Kup (gelb)
9.Kup (gelb)
9.Kup (gelb)
9.Kup (gelb)
7.Kup (grün)
7.Kup (grün)
7.Kup (grün)
8.Kup (grün)
8.Kup (grün)
5.Kup (blau)
5.Kup (blau)
6.Kup (blau)
7.Kup (grün)
7.Kup (grün)

 
Dan (schwarz)/
1.Kup (rot)

Und damit sind wir schon bei den ersten verdammt wichtig klingenden Worten: Dan und Kup und Dobok.
Dobok heißt Anzug und ist das komische weiße Ding, das man am Beginn der Stunde anzieht. Er muß unbedingt weiß sein, denn das symbolisiert die Reinheit des Schülers. Nur Lehrer haben ein bisschen Recht auf Unreinheit und dürfen auch schwarz tragen. Wenn man sich also einen Anzug kauft, bitte darauf achten, daß dieser kein schwarzes Revers, keinen schwarzen Hosenboden und keine schwarzen Zehen hat.
In jeder Kampfsportart gibt es Gürtel, welche man entweder billig beim Kastner kaufen oder teuer (im Sinne von Anstrengung) bei Prüfungen erwerben kann. Für jeden Gürtel (=Ty) gibt es verschiedene Farben, die anzeigen, wie weit ein Schüler bereits fortgeschritten ist. Kup sind die Schülergrade und Dan die Meistergrade:

                  G E L B (10.Kup)                           B R A U N (4.Kup)
                  G E L B (9.Kup)                             B R A U N (3.Kup)
                  G R Ü N (8.Kup)                            R O T (2.Kup)
                  G R Ü N (7.KUP)                           R O T (1.Kup)
                  B L A U (6.Kup)                                S C H W A R Z (1-9 DAN)
                  B L A U (5.Kup)
 

Nach der prima gelungenen Aufstellung gibt der Lehrer einen komischen Befehl und jeder verbeugt sich vor dem Lehrer und der Lehrer verbeugt sich vor den Schülern. Damit zeigt man wiederum seinen Respekt voreinander. Außerdem zeigt der Lehrer, daß er bereit ist, sein Wissen mit seinen Schülern zu teilen und die Schüler wiederum zeigen durch das Verbeugen, daß sie bereit sind, es anzunehmen. Und damit kommen wieder eine Menge wichtiger Wörter ins Spiel:

CHARYOT: ist das Kommando zur Achtungsstellung. Dabei sind die Füße geschlossen und
                     die Hände hängen nah am Körper. Keine Faust!
KYONGNE: ist das Kommando zum Verbeugen.
SIJAK: heißt beginnen. Bevor der Trainer nicht dieses Wort gesagt hat, darf kein Spiel, kein
             Schlag, einfach nichts begonnen werden.
BARO: heißt aufhören. Wenn der Trainer dieses Wort sagt, muß man alles, auch wenn man
             mitten in der Luft ist, stoppen.
GUMAN: ist das gleiche wie oben und wird von den Trainern gerne zur allgemeinen
                 Verwirrung benutzt.

Es wurde bereits angesprochen, daß es im Dojang gewisse Regeln gibt, die man einhalten sollte. Es ist so wie wenn man am Eßtisch aus der Flasche trinkt. Nirgends steht geschrieben, daß man das nicht tun soll und trotzdem tut man es nicht weil es eben nicht sehr appetitlich ist. Also sind nun einige Punkte aufgeführt, die kein Trainer gerne sieht und die so oder so selbstverständlich sein sollten:

! Oberstes Gebot: Keine Schläge oder Tritte ohne die Anweisung des Trainers
  ausführen (sonst wird vielleicht jemand verletzt)
! Wenn der Trainer spricht, soll man ihn nicht unterbrechen (es ist ein Gebot
   der Höflichkeit, daß man auch außerhalb des Dojangs niemanden beim
   Reden unterbricht)
! Verläßt man den Trainingsraum weil man z.B. auf die Toilette muß, so
   vorher unbedingt den Trainer fragen (...und Händewaschen nicht vergessen)
! Respekt vor allen anderen Kindern haben (ein �wäh,mit dem/der möchte ich
   nicht trainieren� kann zu einem Verweis oder einem Ausschluß für den Rest
   der Stunde führen, da das nicht kameradschaftlich ist und von großer
   Unreife zeugt)

Am Ende der Einheit kurz vorm Verbeugen sieht der Trainer manchmal, daß der Dobok von einigen Schülern stark zerknittert ist, der Gürtel nicht richtig gebunden ist oder der Schüler mit beiden Beinen in einem Hosenbein steckt. Dann gibt er allen den Befehl, sich um eine halbe Drehung zu drehen und den Anzug in Ordnung zu bringen. Dazu sagt er: DOLLA DOBOK, was soviel heißt wie umdrehen und Anzug in Ordnung bringen. Die Schüler drehen sich um, bringen den Anzug in Ordnung und warten mit dem Umdrehen so lange bis der Trainer den Befehl zum Umdrehen gibt: DWILO DOLLA. Nach der Meditation verbeugt man sich wieder voreinander und schließlich verbeugt man sich nochmal, wenn man das Dojang verläßt.
 
 

2.Mathematik

Es ist für den Trainer unheimlich beruhigend nur bis zähn zehlen zü mussen.
Manchmal lassen wir Euch bis zehn zählen, was uns unheimlich sadistischen Spaß bereitet. Deswegen seien nun die Zahlen und Ordnungszahlen angeführt. Alles was dick geschrieben ist ist wichtig, die anderen Zahlen nur zur Information.
 
 

ZAHLEN
ORDNUNGSZAHLEN
HANA      [eins]
   IL         [erste/r/s]
DUL        [zwei]
I           [zweite]
SET         [drei]
SAM       [dritte]
NET          [vier]
SA          [vierte]
DASOT    [fünf]
OH         [fünfte]
YOSOT  [sechs]
YUK     [sechste]
ILGOB [sieben]
CHIL      [siebte]
YODUL   [acht]
PAL        [achte]
AHOB     [neun]
GU        [neunte]
YOL        [zehn]
SIB       [zehnte]

 

Man kann es nicht oft genug sagen: ALLES wird billionenmal erwähnt; dieser Zettel dient nur zum Nachschlagen.Aua.

3. Chigichagi

Jawohl, dieser Begriff ist koreanisch. Hey, wir haben diese Sprache nicht erfunden!
Egal, im Laufe des Kurses werdet Ihr nicht drumherumkönnen Schläge und Tritte zu lernen. Aber dafür muß man erst wissen wohin man schlägt. Es gibt insgesamt drei Stufen die nach dem OMA-Konzept arbeiten. Zum besseren Verständnis hier eine Skizze:


                __________________ OLGUL (=Oben): alles überm Hals
 

                __________________ MOMTONG (=Mitte): Hals bis Bauchnabel

                __________________ AREA (=Unten): bis zur Zehe
 

Nachdem Taekwondo ein Kampfsport ist kommt es vor, daß man tritt oder schlägt oder blockt. Schläge mit der flachen Hand heißen CHIGI, Tritte mit dem Fuß CHAGI. Voilà chigichagi. Schläge mit der Faust heißen JIRUGI. Außerdem kann man mit den Armen einen Schlag abwehren, also blocken, was als MAKKI bezeichnet wird.
Was jetzt kommt ist logisch. Ein Block nach oben heißt: OLGUL � MAKKI
                                         Ein Block zur Mitte  heißt: MOMTONG � MAKKI
                                         Ein Block nach unten heißt: AREA � MAKKI
Das Gleiche mit den Schlägen:Ein Fauststoß nach oben : OLGUL � JIRUGI
                                           Ein Fauststoß zur Mitte   : MOMTONG � JIRUGI
                                           Ein Fauststoß nach unten: AREA � JIRUGI
                                           usw.
 

Beim Fuß wird es etwas komplizierter, ist aber auch leicht zu verstehen.
Mit dem Fuß mache ich eine kräftige Bewegung in eine bestimmte Richtung. Dabei ist:

AP..........................................................nach vorne
DWI.......................................................nach hinten
YOP................................................................seitlich
DOLLYO..........halbkreisartig (Fuß ganz ausgedreht)
BANDAL.....halbkreisartig (Fuß nur halb ausgedreht)

Kombiniert ergibt das den Vorwärtstritt (AP � CHAGI), den Sidekick (YOP � CHAGI), den Rückwärtstritt (DWI � CHAGI) , den Halbkreistritt (DOLLYO � CHAGI) und den Peitschentritt (BANDAL � CHAGI). Es muß erwähnt werden, daß die deutschen Bezeichnungen von Trainer zu Trainer variieren.

Schließlich und zuletzt müssen noch die Stellungen (=SOGI) erwähnt werden. Was dem Boxer das �Tänzeln� und dem Tänzer seine �Grundschritte� sind dem Taekwondoin seine Stellungen. Für den noch nicht so fortgeschrittenen Schüler sind fünf davon interessant:
 

STELLUNG
ANDERS GESAGT...
VORTEIL
AP - SOGI
hohe Vorwärtsstellung
beweglich, schnelle Aktionen
AP - GUBI
tiefe Vorwärtsstellung
stabil, langsame Aktionen
DWIT - GUBI
Rückwärtsstellung
defensiv, zur Verteidigung
JUCHUM - SOGI
Reiterstellung
Grundschule und Konzentration
KYORUMSE
Kampfstellung
schnell und wendig
CHARYOT - SOGI
Achtungsstellung
...wie der Name schon sagt

 

4.Die Atmung, die Poomse und ihre Lieblingsbegriffe

Die Atmung gehört zu Taekwondo so wie ein Eis pro Tag zu den Sommerferien gehört. Daß man durch die Nase einatmet und durch den Mund wieder ausatmet dürfte sogar den Kindern bekannt sein, die nicht neben der Autobahn wohnen.
Doch in Taekwondo gibt es eine Form der Atmung, welche uns seit Thomas Muster gut bekannt ist: den Schrei. Im Training heißt er KIHAP; ein KIHAP kommt immer aus dem Bauch (niemals aus dem Hals) und bewirkt folgendes:

Erstens: der Gegner erschreckt (unbedingt in einer Geisterbahn ausprobieren)
Zweitens: alle Muskeln spannen sich gleichzeitig an; dadurch hat man mehr Kraft und ist
                selber nicht so verwundbar
Drittens: die ganze angestaute Kraft wird auf einmal freigesetzt. (und idealerweise auf einen
               Punkt gebracht)
Viertens: Mut für sich selber
Fünftens: die Atmung ist ideal, denn bei Anstrengung atmet man aus
Sechstens: unbedingt zu Hause üben (am besten Sonntags um fünf Uhr früh)

Mit der Atmung ist die POOMSE direkt verknüpft. Aber um ehrlich zu sein, was hängt nicht mit ihr zusammen? Alles in Taekwondo spiegelt sich in der POOMSE wieder. Kraft, Eleganz, Stabilität, Rhythmus, Ausdruck: der ganze Zettel würde nicht reichen um sie zu umschreiben. Auf Deutsch heißt POOMSEBewegungsform und drückt einen virtuellen Kampf (also Du kämpfst aber es ist niemand da und wenn Du mit Dir selber sprichst hast Du einen virtuellen Freund oder aber ein Alien im Kopf) gegen mehrere Gegner aus. Es gibt acht Schülerpoomse und acht Meisterpoomse und von Mal zu Mal steigert sich die Schwierigkeit.
Im Laufe der Zeit gab es verschiedene Arten von POOMSE (z.B.:Hyongs, Palgue, Taeguk) wobei sich der Taekwondoverband in den letzten Jahren auf das Ausführen der TAEGUK festgelegt hat. Das heißt im Klartext, daß die anderen Bewegungsformen bei Wettkämpfen nicht mehr akzeptiert werden; außerdem werden nur noch Taeguk unterrichtet.
TAEGUK heißt übersetzt �Größe und Ewigkeit�  und steht danach für den Ursprung allen Seins. Oder anders: hey kids, back to the roots, alles cool?
Wie erwähnt gibt es acht TAEGUKS wobei jede dieser acht Bewegungsformen etwas anderes symbolisiert. Bis zum achten Kup braucht man die erste und zweite Taeguk:

TAEGUK IL � JANG
TAEGUK I � JANG

TAEGUK IL � JANG: Symbolisiert: Himmel und Licht
                                          Bewegungen: 18
                                          Kihap: bei der 18. Bewegung
                                          Sinn: Vom Himmel kommt der Regen und von der Sonne das Licht. Sowohl Regen als auch Licht sind notwendig, daß neues Leben entsteht. Mit dieser Form wird also die Schöpfung symbolisiert, der Anfang des Seins.
Die Bewegungen sind einfach und können vom Schüler gut verstanden werden. Mit dem Können dieser Form wächst ein neuer Taekwondoin heran.

TAEGUK I � JANG: Symbolisiert: Fröhlichkeit
                                        Bewegungen: 18
                                        Kihap: bei der 18. Bewegung
                                        Sinn: ein fröhlicher Mensch verfügt über viel innere Kraft. Diese macht ihn ruhig und ausgeglichen. Diese Taeguk wird deswegen ruhig und kraftvoll ausgeführt.
 
 

5. ...und wieder Wörter

Und nun noch mal alle Wörter zusammengeschrieben. Die, die Ihr noch nicht kennt, sind blau geschrieben.

Ap....vorn                                                          Chigi....Schlag
Ap-Chagi....Vorwärtstritt
Ap-Chigi....Schlag nach vorn                                Dan....Meistergrad
Ap-Gubi....tiefe Vorwärtsstellung                          Dobok....Anzug
Ap-Sogi.... hohe Vorwärtsstellung                         Dojang....Übungsraum
Area....unten                                                     Dolla....umdrehen
Area-Makki....Tiefblock                                        Dolla-Dobok....Anzug richten
                                                                        Dolla-Dwio....umdrehen
Bandae....gleichseitig                                           Dollyo-Chagi....Halbkreistritt
Bandae-Jirugi....gleichseitiger Fauststoß             Dubon....doppelt
Baro....seitenverkehrt                                       Dubon-Jirugi....Doppelfauststoß
Baro-Jirugi....gegenseitiger Fauststoß                    Dwi....hinten
                                                                         Dwi-Chagi....Rückwärtstritt
Chagi....Tritt                                                       Dwit-Gubi....Rückwärtsstellung
Charyot....Achtung
Charyot-Sogi....Achtungsstellung                           Guman....aufhören
Chaolligi....Fuß hochschwingen
Hosinsul....Selbstverteidigung                             Oen....links
                                                                         Olgul....oben
Jirugi....Fauststoß                                                Olgul-Makki....Block nach oben
Juchum-Sogi....Reiterstellung                                Olgul-Jirugi....Fauststoß nach oben
Junbi....vorbereiten                                           Orun....rechts
Junbi-Sogi....Vorbereitungsstellung
                                                                         Poom....Bewegungsform
Kihap....Schrei                                                    Poomse....virtueller Kampf
Kup....Schülergrad
Kyongyne....Verbeugen                                         Sijak....beginnen
Kyorugi....Kampf                                                  Sogi....Stellung
Kyorumse....Kampfstellung                                Sonnal....Handkante

Makki....Block                                                  Twio....im Sprung
Momtong....mitte                                               Ty....Gürtel
Momtong-Jirugi....Faustschlag zur Mitte
Momtong-Makki....Abwehr zur Mitte                    Yop....seitlich
                                                                        Yop-Chagi....Seitwärtskick
Naeryo....abwärts
Naeryo-Chagi....Abwärtsschlag mit Fuß
Naranhi-Sogi....Parallelstellung

TAE....Fuß
KWON....Faust
DO....der Weg im geistigen Sinn. Darunter versteht man die Geisteshaltung im Allgemeinen.
           Es vereint den Weg (das Studium für Geist und Körper in allen Lebenslagen), den Grundsatz (Höflichkeit, Mut, Ausdauer, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Leistungswille und Selbstkontrolle) und die Lehre (Ausbildung des Wissens und der geistigen Kraft).
 

Das höchste Ziel eines Taekwondoin ist es, nicht rücksichtslos vorzugehen, sondern durch Disziplin und Körperbeherrschung die persönliche Geisteshaltung auszubilden. Taekwondo schult Geist und Körper.

(Anmerkung: die Begriffe werden im Training sehr oft wiederholt, so daß diese Seite vor allem zum Nachschauen und Vertiefen ist.)

6.eine wilde Geschichte

Viele fragen:"hey, wo kommt das Taekwondo eigentlich her?" Nun ja, dieser Sport kommt aus Korea und entwickelte sich teils aus Spielen, Wettkämpfen und sogar aus religiösen Riten, in denen immer wieder versucht wurde, Geist und Körper zu noch höheren Leistungen zu befähigen. In Österreich wurde Taekwondo Mitte des 20. Jahrhunderts eingeführt und erfreut sich größter Beliebtheit. Seit 1980 ist es vom Olympischen Komitee (IOC) anerkannt und schon bei den nächsten Olympischen Spielen in Sydney ist Taekwondo offiziell als Disziplin vertreten.
(Copyright: CR-Productions)